Interview mit Mourning Son
Diesmal haben wir die Thüringer Band Mourning Son aus der schönen Stadt Apolda interviewt. Im Jahr 2010 fanden sich die fünf Jungs zusammen um ihr musikalisches Vorhaben in Realität umzusetzen. Mittlerweile haben sie bereits einige harte Songs zusammen geschustert, die man sich auf Facebook bzw. Myspace anhören kann.
Bitte stellt euch doch einmal kurz vor – Wer seid Ihr?
Wir sind Mourning Son aus Apolda und spielen eine Mischung aus Hardcore, Metal und Rock. Ganz genau können wir das nicht beschreiben. Salopp könnte man unsere Musik auch als Metalcore bezeichnen, wenn man mit der Beschreibung nicht weiter ins Detail gehen will. Die Band gibt es schon einige Jahre, aber erst seit knapp zwei investieren wir viel Zeit, um das Potential der Band richtig auszuschöpfen. So kamen dabei Shows, Aufnahmen und eine Menge Spaß raus.
Was ist euer größter musikalischer Einfluss?
Wir haben durch die individuellen Vorgeschichten in anderen Bandprojekten eine Menge Erfahrungen gesammelt, die jetzt natürlich in die Musik von Mourning Son einfließen. Wir sind alle verschiedene Typen und hören auch unterschiedliche Musik, wobei es doch meist Musik der härteren Gangart ist. Dennoch stehen wir ebenso auf manch rockige oder auch popige Musik, die im Kopf hängen bleibt. Man kann also nicht sagen, dass wir von einer bestimmten Band beeinflusst werden. Wir favorisieren natürlich Künstler bzw. Bands, nur spielt dies bei der Entstehung unserer Songs keine vordergründige Rolle. Neben den musikalischen Erfahrungen beeinflusst uns alles, was das Leben so mit sich bringt. Unsere Songs beinhalten Sachen, die uns beschäftigen. Dabei geht es um Freundschaft und Liebe, aber auch um politische und sozialkritische Dinge.
Songs zu produzieren ist ja ein enormer Aufwand – Wie geht Ihr dabei vor?
Ein Song muss reifen. Wir tun uns manchmal echt schwer mit dem Songwriting. Oftmals bringt jemand ein Thema mit zur Probe, woran wir dann arbeiten. Dabei passiert es öfter, dass wir Riffs und kleinere Arrangements wieder verwerfen. Wir legen sehr viel Wert darauf, dass jeder von uns damit zufrieden ist. Man geht zwar Kompromisse ein, aber am Ende ist der Song so arrangiert, dass er uns allen gefällt. Wir arbeiten etwa zwei bis drei Proben an dem Grundgerüst für einen Song. Feinheiten werden dann in darauf folgenden Wochen (oder auch Monaten) ausgearbeitet. Dabei wird der Song auch auf die „Live-Tauglichkeit“ geprüft, denn wir wollen, dass unsere Zuhörer Spaß an unseren Songs haben. Wir versuchen einen Song immer so zu gestalten, dass er sowohl auf Platte, als auch live nicht untergeht.
Was denkt Ihr, sind eure 3 größten Momente gewesen in eurem Band-Dasein?
In unserer Bandgeschichte gab es so viele Momente, an die wir uns gern erinnern. Jede Show ist es eigentlich wert, sich daran zu erinnern. Wenn wir es schaffen Leute mitzureißen und zeigen können, dass wir Spaß an dem haben, was wir machen, dann ist dies immer ein großartiges Gefühl.
Aber der wahrscheinlich größte Moment in der Geschichte von Mourning Son war wohl die Feststellung, dass wir uns gefunden haben und jetzt versuchen das Beste aus dem rauszuholen, was wir drauf haben.
Beobachtet ihr gelegentlich die deutsche Underground-Szene bezüglich Newcomerbands, die gerade in Deutschland aufsteigen?
Ja natürlich. Wir lernen häufig viele neue Leute und Bands kennen, die uns vom Hocker hauen. Leider wird den Newcomerbands meist zu wenig Beachtung geschenkt, was wohl daran liegt, dass es einfach so viele -vor allem so viele gute- Bands gibt.
Für uns ist es unwahrscheinlich interessant. Wir finden es gut, dass sich viele Bands unterstützen und sich gegenseitig pushen. Da ist es wichtig und interessant zu sehen, was und wer gerade richtig angesagt ist.
Was haltet ihr von der aktuellen Electro-Core-Szene? Könnt Ihr davon was abgewinnen?
Das ist sicher ein Thema, mit dem jeder von uns unterschiedlich umgeht. Da wir eher die klassischen Instrumente verwenden (Drums, Gitarren, Bass, Gesang), stehen wir auch eher auf Bands, die es ähnlich handhaben. Es gibt jedoch `ne Menge coole Bands, die elektronische Elemente in ihre Musik einfließen lassen und das echt gut drauf haben. Wir haben größten Respekt vor allen, die eine Symbiose aus harten Gitarrenriffs, Metaldrumming und elektronischer Musik schaffen.
Wo in Europa ist Eures Erachtens nach die größte Szene -abgesehen von UK? Stirbt die Szene langsam aus? Wo seht ihr Metal/Hardcore in 10 Jahren?
Schwierige Frage. Deutschland hat schon eine wirklich große Szene, was Metal und Hardcore betrifft. Es gibt sicher in vielen europäischen Nationen eine starke Szene, aber wir bekommen ja nur einen geringen Teil davon mit. Metal/Hardcore ist mittlerweile sehr populär, wodurch der Markt viel größer geworden ist. Es gibt so viele gute Bands und man weiß gar nicht mehr, welche Band man sich als nächstes anhören soll. Es wird immer Leute geben, die sich für diese Art von Musik begeistern können. Aussterben wird sie nie. Auch wenn irgendwann alles abgegrast ist und der Hype ein Ende nehmen sollte, wird es immer noch den Untergrund geben, der diese Musik am Leben hält – so, wie es eigentlich schon immer war.
Wie sieht Euer Weg für die Zukunft aus?
Wir wollen vor allem so viel wie möglich live spielen, Platten produzieren und neue Bands bzw. Leute kennen lernen. Wir wissen nicht, wohin es uns verschlägt und wie lange es Mourning Son geben wird, aber wir versuchen alles, um die Band nicht nur am Leben zu halten, sondern so viel zu erreichen, wie es uns möglich ist.
Wie habt ihr euch eingestellt auf den Wandel des Musikmarktes? Lohnt es sich für euch überhaupt noch aufwändig CD’s zu produzieren? Wodurch verdient ihr am meisten Geld? CD-Verkäufe oder Shows?
Für uns ist es total wichtig Platten zu produzieren, auch wenn sich die Musik auf einem Medium wie der CD mittlerweile schlecht verkauft. Liebhaber kaufen sich natürlich weiterhin CDs, um Bands, die sie gut finden, zu unterstützen.
Wir verdienen aber eigentlich gar nichts. Wir kommen live meistens auf unsere Unkosten und freuen uns, wenn mal 20 Euro übrig bleiben. Momentan finanzieren wir alles aus eigener Tasche, was sich hoffentlich irgendwann ändert. T-Shirts und andere Merchandise-Artikel sind groß im Rennen und verkaufen sich unwahrscheinlich gut. Wir selbst produzieren demnächst die ersten T-Shirts und sind schon gespannt, wie sich das verhält.
Auf Facebook habt Ihr bereits erstaunliche 212 Fans – Wie kommt es zu diesem Erfolg?
Von einem unheimlich großen „Onlineerfolg“ kann man eigentlich nicht sprechen. Für uns ist es schön zu sehen, dass die Leute unsere Musik hören wollen und dann auch unsere Internetpräsenzen besuchen. Wir freuen uns auch dieses Interview geben zu dürfen, denn das bringt uns eventuell auch schon wieder ein paar „likes“ mehr. ![]()
Das Internet ist eine super Plattform für Bands und öffnet einem günstig gute Möglichkeiten sich zu präsentieren. Daumen hoch!
Angenommen es würde kein Internet geben, was würdet Ihr tun, um auf euch aufmerksam zu machen?
Das Internet vereinfacht sehr viel. Früher musste man überall hintouren, damit man möglichst viele Leute erreicht. Heutzutage klickt man sich durch hunderte von Seiten, die einem tausend klasse Bands vorstellen, ohne dass man sie je live gesehen haben muss. Eigentlich ist das auch schade, denn so ein Tourleben hat sicher auch was für sich. Letztendlich sind wir froh, dass wir eine solche Plattform nutzen können um uns zu präsentieren, sonst würden uns wahrscheinlich noch viel weniger Leute kennen. Heute ist doch jeder online.
Perfidy Clothing ist ein junges Modelabel aus Deutschland. Deshalb stellen wir euch
mal ein paar Fragen zum Thema Mode:
Von welcher Band würdet ihr am ehesten ein Bandshirt tragen?
Es ist nicht immer nur abhängig von der Band. Klar, zum einen muss die Band gefallen, aber auf das Design kommt es auch an. Oftmals tragen wir Shirts von Bands, die wir unterstützen wollen und wirken quasi als Werbeplattform. Damit zeigt man vor allem Respekt gegenüber den Künstlern, die uns imponieren.
Welche Rolle spielt Mode für eure Band? (Eine essentielle Rolle, oder trägt jeder was er will?)
Bei uns trägt eigentlich jeder was er will. Wir sind natürliche Typen und wollen uns nicht uniformieren. Wir versuchen uns aber insofern abzusprechen, dass wir nicht alle die gleichen Shirts bei einer Show tragen.
Wer sind eure modischen Idole?
Es gibt viele Leute, die einen besonderen Stil haben oder einfach gut aussehen und sich sicherlich sehr bewusst kleiden. Wir orientieren uns aber was das angeht nicht an anderen, denn wir wollen ja so sein, wie wir eben sind; aber das macht auch jeder von uns anders.
Welche modischen Trends fallen euch in Deutschland im Moment besonders auf und gefallen euch (nicht)?
Im Prinzip kann ja jeder tragen was er/sie will. Hauptsache ist, er/sie fühlt sich darin wohl. Ob Jogginghose oder knallenge Röhrenjeans ist da egal – irgendwie ist das auch szenenabhängig.
Wird Mode heutzutage zu viel Wert beigemessen? Ist heutzutage der Style einer Band wichtiger als deren Musik?
Style spielt eine sehr große Rolle. Bei einigen Bands ist ihr modisches Image auch ein Grund für ihren Erfolg. Manchmal gerät dabei die Musik leider in den Hintergrund, was natürlich sehr schade ist. Auf manchen Konzerten denkt man dann, dass man sich auf einer Modenschau befindet, aber auch das gehört mittlerweile zur Szene und hat auch etwas mit (Jugend-)Kultur zu tun. Viele junge Leute können sich über Ihre Kleidung identifizieren und haben dabei ihre Lieblingsband als Vorbild.
Und noch eine abschließende Frage.
Was für eine Rolle spielt Kaffee in eurem Leben oder präferiert ihr Energydrinks?
Kaffee ist gut, aber wir trinken auch viel Club-Mate und würden diese wahrscheinlich manchmal sogar einem Kaffee vorziehen. Trotzdem trägt eine schöne Tasse Kaffee manchmal dazu bei, etwas runterzukommen und sich gemütlich zu unterhalten.
Mehr Informationen zur Band gibts auf Facebook oder Myspace

