Und wieder gibt es ein hammermäßiges Interview von einer hammermäßigen Band. Die Sprache ist von No Need To Stay. Nach eigener Aussage widmen sie sich dem Genre des Melodic TodesCore mit überraschenden Samba-Einflüssen. Wer sich das nicht vorstellen kann, der sollte sich unbedingt das Interview durchlesen!
Kurze Vorstellung:
Woher kommt ihr? Seit wann gibt es euch? Aus wie viel Leuten besteht eure Band?
Max: Dezember 2010. 5 Weibchen.
Asuka: Ich vermute schon seit Ewigkeiten, dass, wenn man auf einer Deutschlandkarte genau auf die Mitte tippt, man mit einem
durchschnittlich dicken Finger auf unserem kleinen Heimatort namens Rudolstadt im grünen Herzen Thüringens landet. Wenn das jemand mal genau nachmessen kann, dann soll er sich bitte bei mir melden.
Wer hat welche Aufgabe?
Asuka: Stefan zaubert auf den Sechssaitern Klänge, Max auch, schreit dabei aber noch heftig ins Mikrofon. Lucas bestraft die Trommeln und Becken mit Schlägen, ich benutze das Mikrofon zum stimmlichen Aggressionsabbau und Lukas sorgt für die tiefen Frequenzen, die die Herzschrittmacher unserer älteren Mitmenschen beeinflussen.
Stefan: Eine Aufgabe, die jeder von uns mit Bravour erfüllt, ist, dummes Zeug labern. Ansonsten versucht jeder ein sogenanntes Musikinstrument so zu bedienen, dass es für den Zuschauer den Anschein hat, dass wir live spielen würden. Dabei ist alles nur Playback
Wie seid Ihr zu eurem Bandnamen gekommen?
Asuka: Mir ist die Phrase einfach so in meinen Kopf hineingelaufen, ohne dass ich etwas dagegen machen konnte. Das war eine Zeit, da kannte ich meine vier Jungs noch gar nicht. Ich war vielleicht 16 oder 17 und in der Phase, in der man langsam anfängt, alltägliche Sachen in seinem Leben in Frage zu stellen, haufenweise Zeug in seinem Kopf zusammenphilosophiert und sich dann wie René Descartes himself fühlt. Ständig erlebte ich Situationen, in denen ich einfach nicht sein wollte. Den Begriff „Situationen“ kann man breit fächern – sei es im Bus, weil der alte, korpulente Betrunkene, der nicht auf sein Leben klarkommt, andere Menschen anpöbelt; sei es der leere Schul- oder Arbeitsalltag, der dir durch seinen Pflichtcharakter täglich ein Stück Lebenseuphorie nimmt, weil du genauso gut in der gleichen Zeit mit deinen besten Freunden für ein paar Tage in der Karibik sein könntest; sei es die kaputte Beziehung, die du erst einmal verarbeiten musst, dir aber jeder erzählt, dass du jemanden neues findest; sei es die ganze Welt, die dich mit ihrem Kapitalismus, Materialismus, ihrer Brutalität und Ignoranz zu Boden zwingt. Da hast du eben einfach „kein Bedürfnis zu bleiben“.
Stefan: Da nur einige wenige auserwählte Mitglieder die Bedeutung des Namens nachvollziehen konnten, hätten wir uns nach einem intensiven Gespräch fast, ich betone fast, umbenannt. Aber dann ist uns klar geworden, dass es eigentlich das Dümmste wäre, was man tun könnte. Schließlich beginnt man dann wieder bei 0.
Was für Musik macht ihr?
Max: Melodic Hardcore bis Metalcore.
Stefan: Melodic TodesCore mit Samba-Einflüssen.
Was ist euer größter musikalischer Einfluss?
Asuka: Das ist gar nicht so leicht mit einem Satz zu beantworten, denn jeder von uns würde wohl etwas anderes in den Raum schreien. Aber Schreien ist eigentlich ein gutes Stichwort – ich würde sagen, jede Musik, die Geschrei dabei hat, ist unser größter Einfluss. Und Miley Cyrus.
Habt Ihr ein Label oder sonstiges, was euch ein wenig unter die Arme greift?
Asuka: Ich war schon immer ein großer Träumer, aber mein Wunsch von Ruhm war wohl leider noch nicht stark genug, dass wir bereits innerhalb von einem Jahr einen Labelvertrag ergattern konnten. Allerdings haben wir schon Endorsement-Support von freshen Klamottenmarken wie Beyond und Faityh Clothing und hoffen natürlich, dass sich noch mehr bekannte Namen in die Liste einordnen. Und nur um Missverständnisse zu vermeiden, ihr A&R-Agenten könnt euch Tag und Nacht bei uns melden! Für ein schönes Angebot haben wir auch Samstagnacht um 3 Zeit!
Findet Ihr, dass das Medium Internet einen extrem hohen Stellenwert hat, um auf sich aufmerksam zu machen?
Max: Inzwischen eigentlich mit Abstand den größten. Wer kauft schon für Geld Zeitschriften mit einem Artikel drin, wenn man online kostenlos eine komplette Homepage mit Musikbeispielen in Form von Tracks und Videos bekommt!?
Lukas: Ja. Dort können die Fans direkt mit uns schreiben und über alles informiert werden. Des Weiteren sehen wir, wie etwas ankommt, durch Likes und Comments.
Asuka: Ohne Internet würden die meisten Künstler heutzutage in der Versenkung verschwinden. Auch wir. Früher musstest du, wenn du das Talent hattest, Songs zu schreiben und zu performen, einfach auf das Glück warten, dass sich irgendjemand Wichtiges für dich interessiert. Dann bekamen die Leute Aufmerksamkeit von dir, weil du von einer Agentur oder was auch immer gepusht wurdest. Heute, in Zeiten von Facebook und Co., kann der eigenartigste Trottel sein Werk promoten, Gehör von den Leuten erlangen und damit vielleicht sogar irgendwann die VMA’s verseuchen. Das Internet hat einfach die ganze Welt verändert, so ist es einfach. Ich sag’s euch, irgendwann reiten wir wegen dem bösen Internet auf Dinosauriern und knallen uns gegenseitig ab. Merkt euch meine Worte.
Stefan: Da das Internet so ziemlich alle anderen Medien längst hinter sich gelassen hat, ist es doch klar, dass man dort werben muss. Wenn man etwas erreichen will, muss man überall Präsenz zeigen. Zeiten ändern sich aber auch. Vor ein paar Jahren hatte noch jeder eine eigene Myspace Seite und heute ist das Netzwerk, zumindest von unserer Seite her, für tot erklärt. Es hat einfach keine Kommunikation zwischen den Fans und uns stattgefunden. Deswegen ist auf unserer Myspaceseite auch ein Link zu Facebook
Wer weiß, wie es in 5 Jahren aussieht…
Wie bzw. wo macht Ihr euch noch im Internet auf euch Aufmerksam? Wo kann man sich Tracks von euch anhören?
Max: Auf Facebook (http://facebook.com/noneedtostay), Myspace (http://myspace.com/noneedtostay) und in wenigen Tagen geht unsere Website auf http://noneedtostay.de online.
Facebook-page oder eigene Bandhomepage –was zieht Ihr vor?
Asuka: Hier spalten sich unsere Meinungen. Stefan bekommt eine Beule in der Hose, wenn er an eine eigene Website denkt, aber mich turnt so eine schnieke Facebook-Seite in Reizwäsche tausend Mal mehr an. Allein aus dem Grund, weil du bei Facebook direkten Kontakt zu den Leuten hast, weil sie eben dort jeden Tag abhängen. Sie sehen, was wir machen, wir sehen, wie sie es finden, zack-zack, „Gefällt mir“ gedrückt und ein Win mehr. Kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal auf der Homepage einer meiner Lieblingsbands war oder was daran so besonders sein soll, da irgendwelche Infos darüber zu finden, welche französischen Gerichte der Gitarrist am Liebsten isst oder dass der Sänger seine Freundin gerne beim Sex anpisst. Die Musik ist das Wichtigste. Und dankt mir für das Kopfkino.
Stefan: Ich denke, eine Bandwebsite ist etwas sehr wichtiges. So sehen zum Beispiel Booker, Labels und Agenturen, dass es einem ernst ist, wenn man eine seriöse Website besitzt. Sie geht mit den Informationen auch viel mehr in die Tiefe, als es ein Facebook-Post jemals tun würde. Facebook kann sich eben jeder machen. Zu einer richtig guten Website gehört aber eben ein bisschen mehr dazu. Für mich sind das zwei verschiedene paar Schuhe. Eine Website soll umfassend informieren. Eine Facebook-Page ist für mich mehr zur Interaktion mit den Fans.
Wo würdet Ihr euch gern in den nächsten Jahren sehen?
Lukas: Neben Heaven Shall Burn, Asking Alexandria, The Ghost Inside, Callejon und As Blood Runs Black.
Asuka: Und nach einem solchen Konzert in einem Luxus-Whirlpool zwischen zehn schlanken Blondinen, die dir jeden Wunsch von den Lippen „ablesen“. Scheint das unrealistisch? Okay, acht Blondinen sind auch in Ordnung.
Was würdet Ihr euch leisten, wenn Ihr spontan 1000€ geschenkt bekommen würdet?
Max & Lukas: Ein Album!
Stefan: Darüber denke ich so gut wie jeden Tag nach. Wahrscheinlich Equipment für die Band, ich denke da an ein größeres Backdrop, vielleicht In-Ear-Monitoring für die gesamte Band oder Merchandise. Für ein Album müssten wir das Geld aber erstmal auf die Bank schaffen und warten bis es, nach einigen Monden, verdreifacht hat
Asuka: Ich denke ständig über solche „was – wenn soundsoviel Geld“-Fragen nach. Und so sehr ich mir auch irgendwelche Sachen wünsche, ich sage mir selbst immer: Denk‘ lukrativ! Natürlich könnten wir uns von tausend Ocken so einen Luxus-Whirlpool leisten. Aber ich bin ebenfalls für ein Album. Denn eine Albumproduktion bedeutet, dass du professionell abgemischte Songs hast. Zu einem Song kannst du ein Musikvideo machen. Das sehen neben tausenden von gewöhnlichen Leuten noch Agenturen, Booker, Plattenbosse und so weiter. Du spielst Shows, wirst berühmter, bekommst mehr Geld als tausend Latten und der Luxus-Whirlpool ist sicher!
Ich freue mich schon auf die Reaktionen von den Partypeople, die das ernst nehmen. Habe letztens gehört, ich soll gesagt haben, dass wir nur Musik für das Geld und für die Frauen machen. Wann auch immer ich so etwas behauptet haben soll… Hauptsache, ihr redet über uns.
Nun zum Thema Mode/Lifestyle ein paar Fragen:
Von welcher Band würdet ihr am ehesten ein Bandshirt tragen?
Max: The Ghost Inside und Heaven Shall Burn.
Lukas: Dasselbe wie Max, dazu noch Caliban, Callejon und As Blood Runs Black.
Stefan: The Human Abstract, August Burns Red & Skindred, wenn’s mal chillen soll.
Asuka: Und die Jonas Brothers nicht zu vergessen.
Welche Rolle spielt Mode für eure Band? (Eine essentielle Rolle, oder trägt jeder was er will?)
Lukas: Jeder trägt, was er will.
Max: …aber man erkennt Impericon schnell als Mainstream-Ausrüster!
Stefan: Style ist uns wichtig, schließlich werden wir von mehreren hundert Leuten bei einem Konzert von oben bis unten gemustert. Da möchte man natürlich gut aussehen. Wir sprechen uns bei größeren Konzerten gern ab, damit wir einen einheitlichen Look erzielen, der die Performance unterstützt und dabei nicht ablenkt. Meiner Meinung nach wollen Bands wie Black Veil Brides durch ihre Schminke nur von ihrer mäßigen Musik ablenken; das sieht nicht gut aus und das macht ihre Musik auch nicht härter. Wenn wir uns Schweineblut ins Auge schmieren machen wir doch trotzdem keinen Deathmetal! Bei uns trägt eigentlich jeder was er will. Wir sind auch Band intern sehr unterschiedlich angezogen und mögen unterschiedliche Sachen. Trotzdem sind wir immer untereinander sehr tolerant, was Kleidung betrifft… bei der Musik hört aber dann der Spaß auf
Asuka: Von mir aus könnten meine Jungs in Hasenkostümen auf die Bühne hüpfen und Songs von Katy Perry spielen; Hauptsache, das Musikalische und die Performance stimmen. Okay, ganz so egal wäre es dann doch nicht – wir legen schon individuell eine Menge Wert drauf, schicke junge Kerle zu sein. Das Auge hört auf der Bühne eben auch irgendwie mit. Ist halt einfach nochmal ein ganzes Stück souveräner, wenn man nicht nur gut spielt, sondern noch dazu verdammt gut aussieht. Aber die Sache mit dem gut kleiden sollten nicht nur junge Männer tun, die in Bands spielen, sondern grundsätzlich ALLE. Genauso wie ich es nicht verstehen kann, wenn ein junger gesunder Kerl nicht ins Fitnessstudio geht oder anderen Sport macht. Jeder Mann sollte Wert auf einen durchtrainierten Körper und einen guten Style haben. Jeder!
Was tragt ihr bei euren Konzerten? Sprecht ihr euch ab was getragen wird, oder kleidet ihr euch alle unabhängig voneinander?
Max: Nach Absprache ein einheitliches Outfit, wie zum Beispiel jeder im schwarzen Hemd, ansonsten, jeder wie er will!
Asuka: Als wir alle ein schwarzes Hemd trugen, fand ich das richtig schick. Bis mich ein Kumpel (Gruß an BORIS!) gefragt hat, ob wir denn Caliban nachahmen wollen würden, das war dann so ein bisschen wie eine kleine Prise Salz auf einer durchweg süß schmeckenden Geburtstagstorte.
Wird Mode heutzutage zu viel Wert beigemessen? Ist heutzutage der Style einer Band wichtiger als deren Musik??
Lukas: Ja, zu viel, wie ich finde. Der erste Eindruck zählt, also, wenn man auf die Bühne kommt, und, man hat, sag ich mal, schwules Zeug an, kann die Musik noch so gut sein und viele werden sie nicht mögen. Aber als Musiker sage ich, dass die Musik wichtiger ist als die Mode. Sonst sollte man sich ein anderes Hobby suchen.
Max: Style ist sicherlich ein essentieller Einfluss auf den Großteil der Zuhörerschaft, sollte aber nicht vom Wesentlichen ablenken. Zum Beispiel neonfarbene Gitarren…
Welche Rolle spielt Kaffee in eurem Leben oder präferiert ihr Energydrinks?
Max: MONSTER.
Lukas: Ich präferiere Crystal, Koks und Bürgermeister.
Asuka: MONSTER… Wir bekommen nicht einmal Entlohnung für diese Erwähnung in Großbuchstaben. Liebes Marketing-Team von MONSTER, für euch gilt dasselbe, wie für die A&R-Agenten weiter oben!!!
Stefan: Kaffee. Energydrinks sind eklig und viel zu süß, da muss man schon ein bisschen Vodka reinmachen, damit das schmeckt.
Habt Ihr schon zuvor von Perfidy gehört?
Max: Ja – sind auch drauf und dran euren Stuff zu ordern!
Asuka: Wie könnten wir denn nicht von euch gehört haben? Ihr seid ein Name in der Szene, und das wisst ihr. J
Stefan: Klar, wenn man in der Szene aktiv ist, kennt man euch natürlich.
Asuka: Bekommen wir jetzt unseren Blowjob?

Würdet Ihr gerne noch jemanden ein Dank aussprechen oder irgendwelche abschließende Worte schreiben?
Lukas: Dank an die Band, mit der ich so viele schöne Erlebnisse hatte und ich wünsch‘ mir, dass wir noch viele geile Gigs haben werden.
Max: Dank an die Fans und Supporter!
Stefan: Danke an die Band für die geile Zeit, an Ronny und an meine Freundin, die das alles mitmacht und auch nicht meckert, wenn ich am Wochenende frühs um 4 nach Hause komme.
Asuka: Danke für das Interview, gerne wieder! Meinen Jungs danke ich für das schöne Jahr und freue mich auf viele weitere Jahre voller Spiel, Spaß, Spannung und Alkohol. Danke an Gott für die vielen schönen, schlanken Blondinen auf dieser Welt!
Mit diesen abschließenden Worten(die nochmal betont werden mussten) möchte sich auch das Perfidy-Syndicate bei No Need To Stay für das wunderbare Interview bedanken.
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